ASSOCIAZIONE DELLE TALPE

Gegen jeden Antisemitismus!

Tag: Bremen

Achim Bellgart: Kritische Geschichte der Bremer Böttcherstraße

Stadtführung am Sonntag, 16. Februar 2014, 14.00 Uhr
Innenstadt Bremen, Treffpunkt Böttcherstraße Ecke Martinistraße

Die Böttcherstraße ist eine bekannte touristische Attraktion Bremens, ihre Geschichte wird hingegen wenig thematisiert. Sie wurde vom Bremer Kaffee-Fabrikanten Ludwig Roselius einerseits als eine gigantische PR-Maßnahme für die Produkte seiner Firma konzipiert, andererseits ist sie Stein gewordene Ideologie. Von Niedersachsen-Tümelei entwickelte sie sich über den Germanenkult zu einer rassistisch-religiösen Atlantis-Ideologie. Roselius sagte selbst, im Bau der Böttcherstraße würde sich seine „Art deutsch zu denken“ ausdrücken. Obwohl überzeugter Nationalsozialist, fiel Roselius mit seiner Variante eines esoterischen Rassismus und seiner völkischen Architektur bei der NSDAP und ihrer Führung in Ungnade. Die Spannungen zwischen beiden hatten dabei in erster Linie ästhetische, und nicht nur politische Gründe. Der Rundgang soll diese Hintergründe der Böttcherstraße und Roselius’ Verstrickungen mit den Nationalsozialisten an diesem steinernen Lehrpfad deutscher Ideologie zeigen.

Achim Bellgart führt in Bremen thematische Stadterkundungen durch. Mehr Informationen unter: http://www.bellgart-stadtfuehrungen.de

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

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Hinweis: Bremer Bündnis gegen Antisemitismus gegründet

Seit kurzem gibt es das Bremer Bündnis gegen Antisemitismus, dessen Aufruf wir unterstützen. Mehr Informationen findet ihr hier:

againstantisemitism.blogsport.de

Dokumentation des Bündnisaufrufs:

Gegen antisemitische Positionen im Bremer Friedensforum und AK Süd-Nord: Die Spitze des Eisbergs!

Am 16.07.2011 rief das Bremer Friedensforum zum wiederholten Male zum Boykott israelischer Waren auf. Diese Boykottaktion war Teil eines weltweiten antiisraelischen Aktionstages. Schon seit längerer Zeit arbeiten sich die Friedensfreund_innen an Israel ab; bisheriger Höhepunkt war dabei eine von ihnen angemeldete Demo im Juni 2010 anlässlich des Stopps der Gaza-Flotilla. Diese Demo war deutlich antisemitisch geprägt: Ein großer Teil bestand aus Anhänger_innen der faschistischen Organisation „Die Grauen Wölfe“ sowie Anhänger_innen der „Islamischen Republik Iran“. Es wurden Israelfahnen getragen, die anstatt des Davidsterns ein Hakenkreuz zeigten. Diese Gleichsetzung von Israel mit dem NS-Regime ist eindeutig antisemitisch. Von den Anmelder_innen und Teilnehmer_innen der Demo wurde sie jedoch ohne weiteres toleriert. Eine solche Positionierung verunmöglicht jede Zusammenarbeit mit dem Bremer Friedensforum.
In allen Darstellungen des Friedensforums wird Israel dämonisiert.  Israel sei der Verursacher des Konflikts. Das Bremer Friedensforum verlangt von ihm einseitige Zugeständnisse, während die Gewalt und das politische Programm der Gegenseite verharmlost und gerechtfertigt wird. Aus der Tatsache, dass Israel militärisch seinen Feind_innen überlegen scheint, ziehen sie den Schluss der einseitigen Parteinahme für die Gegner_innen Israels. Die Methoden und Inhalte dieser – d.h. von Hamas, Fatah, Hisbollah und Co. erscheinen ihnen nicht kritikwürdig. Auch der repressive Umgang der palästinensischen Staatsgründungsbewegung mit der eigenen Bevölkerung wird kaum kritisiert. Hier wird ein Doppelstandard deutlich, welcher sich gegen Israel wendet. So wird an weitverbreitete antisemitische Vorstellungen anknüpft. Bei diesen Ansichten handelt es sich also nicht um Einzigartigkeiten oder Erfindungen des Friedensforums, sie sind gesellschaftlich verbreitet und oft toleriert. So ist das Forum immer wieder gern gesehener Bündnispartner der Bremer Linkspartei, neuerdings des AStA der Uni Bremen und anderer sich als links verstehender Organisationen und Einrichtungen. Die Inhalte und Praxen des Friedensforums bleiben unwidersprochen. Auch dessen seit Jahren gepflegte Zusammenarbeit mit dem AK Süd-Nord stört bisher nicht. Der Ak Süd-Nord verbreitet Verschwörungstheorien, bezieht sich offen positiv auf Menschen, die die Shoah leugnen und unterstützt Diktaturen und autoritäre Bewegungen im Nahen Osten. Mit dieser Zusammenarbeit verhelfen die Friedensfreund_innen den Befürworter_innen des Krieges – nicht nur gegen Israel – zu verstärkter Öffentlichkeit.  Wer sich ein Verhältnis der Staaten zueinander ohne bewaffnete Konflikte zum politischen Hauptziel macht, übersieht,  dass der herrschende Frieden bereits jede Menge Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung beinhaltet.
Wir, ein Bündnis aus linksradikalen, antifaschistischen Gruppen aus Bremen betrachten diese Zustände als unhaltbar. Wir setzen uns zum Ziel, dem Bremer Friedensforum und dem AK-Süd-Nord den Raum für ihre antisemitische Hetze zu nehmen.
Wir rufen alle Organisationen und Gruppen, die bisher das Friedensforum sowie den AK-Süd-Nord für adäquate Bündnispartner gehalten haben, dazu auf, die Zusammenarbeit einzustellen. Antisemit_innen haben in linken Strukturen, Bündnissen und Räumlichkeiten nichts zu suchen. Stellen wir uns ihnen gemeinsam in den Weg! Bekämpfen wir Antisemitismus überall!

Kein Tag für die Nation! Kein Tag für Deutschland!

Die offiziellen Feierlichkeiten zum 3.Oktober finden diese Jahr in Bremen statt und schon jetzt hat sich ein Bündnis gebildet um die Proteste vorzubereiten.

Alles Wissenswerte zu den Protesten und Veranstaltungen bis dahin auf der Mobilisierungsseite.

[Werbung] Broschüre zur Reichspogromnacht in Bremen erschienen

boschüre.plakatIm Herbst 2008 realisierte – Associazione delle talpe – eine mehrwöchige Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 mit dem Titel „Ich hätte nicht geglaubt, wozu die Deutschen fähig sind“. Zeitgleich entstand eine Ausstellung, welche nun auch als Broschüre vorliegt. In Text und Bild wird das Novemberpogrom in Bremen in einen historischen Zusammenhang gesetzt. Erläutert werden Entwicklung des Antisemitismus in Bremen vor und nach 1933, die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die Folgen für die jüdischen BremerInnen und der Umgang mit den Tätern nach Kriegsende.

Dieses Projekt konnte mit freundlicher Unterstützung der DGB-Jugend, der GesamtschülerInnen-Vertretung und dem Staatsarchiv umgesetzt werden.

Die Broschüre ist erhältlich bei der DGB-Jugend, im Infoladen und beim Golden Shop

oder online zugänglich unter:

www.gewerkschaftsjugend-niedersachsen.de/das-novemberpogrom-19.306.0.html

Herausgegeben wurde die Broschüre vom Ausstellungskollektiv.