Revolutionstheorie und ihre Kritik. Von Marx bis Holloway.

von talpebremen

5. Oktober 2007, 20 Uhr Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Eine Einführung in die zentralen Thesen der Marxschen Revolutionstheorie und ihre Rezeption in der radikalen Linken.

Mit Ingo Elbe (rote ruhr uni Bochum)

Anstelle reformistischer Korrekturen der bestehenden Verhältnisse fordert die radikale Linke gern mit militanter Rhetorik und großem Pathos deren revolutionäre Überwindung. Was unter Revolution aber genau verstanden wird, variiert dabei sowohl in der Geschichte der radikalen Linken wie in ihren verschiedenen aktuellen Varianten. Das umfangreiche und in sich stellenweise auch widersprüchliche Marxsche Werk bietet an verschiedenen Stellen Elemente einer Revolutionstheorie. Seine Reflexionen über die kapitalistische Aneignung des von den Arbeiter_innen produzierten Mehrwerts, deren Erfahrung von Ausbeutung und sich daraus entwickelnden revolutionärem Klassenbewusstsein oder die Krisentendenz des Kapitalismus bieten dem traditionellen wie undogmatischen Marxismus einen reichhaltigen Zitatenschatz bei der Konstruktion diverser Revolutionstheorien.

So dienen Passagen aus dem Marxschen Werk beispielsweise leninistischen Ansätzen von der Eroberung der Staatsmacht und Vestaatlichung der Produktionsmittel durch die revolutionäre Partei als Referenz. Aber auch Vorstellungen von der Revolution als klassenkämpferische Radikalisierung der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus hin zu seinem Zusammenbruch (wie im italienischen Operaismus) oder auch das Verständnis von Revolution als Negation und Aufhebung von Staat und Kapital beziehen sich auf Marx. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie und Fetischkritik liefern jedoch ebenso Erklärungen für das Ausbleiben einer revolutionären Transformation und die Stabilität der kapitalistischen Gesellschaft. Ingo Elbe skizziert die zentralen Thesen zur Revolution bei Marx und ihre Rezeptionsgeschichte durch die radikale Linke (z.B. durch Holloway ) sowie die Kritik an diesen Ansätzen.

Ingo Elbe ist Mitglied der Initiative rote ruhr uni (Bochum) und promoviert zur neuen Marx-Lektüre in der Bundesrepublik. Veröffentlichungen unter anderem: Holloways „Open Marxism“. Formanalyse als Handlungstheorie und Revolutionsromantik , in: Z, September 2006; Zwischen Marx, Marxismus und Marxismen. Lesarten der Marxschen Theorie, in: Hoff/Petrioli/Stützle/Wolf (Hrsg.): Das Kapital neu lesen, Münster 2006. Online-Texte finden sich auf der Homepage der roten ruhr uni.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Initiative Bremen.

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