ASSOCIAZIONE DELLE TALPE

Gegen jeden Antisemitismus!

LEKTÜREKURS ZU KARL MARX: DAS KAPITAL

Karl Marx: Das Kapital. Zur Kritik der politischen Ökonomie. Band 1

Lektürekurs mit Oliver Barth und Moritz Zeiler

Im Kontext der aktuellen Krise wird wieder vermehrt Kritik am Kapitalismus artikuliert. Dabei dominieren meist ein diffuses Verständnis der kapitalistischen Verhältnisse sowie Ressentiments gegen Banken, Management und „die da oben“. Doch Empörung und Unzufriedenheit allein haben die gesellschaftlichen Verhältnisse noch nie zum Besseren verändert. Voraussetzung für gesellschaftliche Emanzipation ist daher stets eine kritische Analyse der ökonomischen und politischen Verhältnisse, ansonsten führen die kommenden Aufstände eher zu Regression und Barbarei. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie wurde zwar im 19. Jahrhundert veröffentlicht, bietet aber nach wie vor eine der profundesten Analysen des Kapitalismus.

Mit dem Lektürekurs wird in die zentralen Begriffe und Thesen von Marx eingeführt. Es sollen unter anderem folgenden Fragen diskutiert werden: Was unterscheidet Kapitalismus von früheren gesellschaftlichen Verhältnissen? Was versteht Marx unter Ware, Wert, Geld und Kapital? Welche Bedeutung haben die Begriffe Fetischismus, Klasse und Staat bei Marx?

Ab Mitte Februar 2012 wird einmal wöchentlich der erste Band des Marxschen Kapital gelesen und diskutiert. Der Kurs sich wendet vor allem an diejenigen, die in eine kollektive Auseinandersetzung mit der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie einsteigen möchten und noch keine größeren Vorkenntnisse haben. Dabei sollen alle Fragen erlaubt sein und Expert_innendebatten vermieden werden. Die Referenten werden den Kurs moderieren und einen Überblick über die historische und aktuelle Lesarten geben, jedoch keine allgemeingültige Interpretationsweise präsentieren. Gewünscht ist eine gemeinsame Textaneigung und Diskussion.

Oliver Barth ist Soziologe aus Oldenburg und promoviert an der Universität Hannover zu Islamic Banking. Moritz Zeiler ist Historiker und Politikwissenschaftler sowie Mitarbeiter des Regionalbüros der Rosa Luxemburg Initiative Bremen. Beide sind Mitglieder der Gruppe associazione delle talpe Bremen.

Der Lektürekurs wird in Kooperation organisiert von associazione delle talpe,Rosa Luxemburg Initiative Bremen und Rosa Luxemburg Stiftung – Akademie für politische Bildung Berlin.

Anmeldung bitte unter talpe@gmx.net  //  Infos unter: das-kapital-lesen.de / associazione.wordpress.com / rosa-luxemburg.info

Hinweis: Bremer Bündnis gegen Antisemitismus gegründet

Seit kurzem gibt es das Bremer Bündnis gegen Antisemitismus, dessen Aufruf wir unterstützen. Mehr Informationen findet ihr hier:

againstantisemitism.blogsport.de

Dokumentation des Bündnisaufrufs:

Gegen antisemitische Positionen im Bremer Friedensforum und AK Süd-Nord: Die Spitze des Eisbergs!

Am 16.07.2011 rief das Bremer Friedensforum zum wiederholten Male zum Boykott israelischer Waren auf. Diese Boykottaktion war Teil eines weltweiten antiisraelischen Aktionstages. Schon seit längerer Zeit arbeiten sich die Friedensfreund_innen an Israel ab; bisheriger Höhepunkt war dabei eine von ihnen angemeldete Demo im Juni 2010 anlässlich des Stopps der Gaza-Flotilla. Diese Demo war deutlich antisemitisch geprägt: Ein großer Teil bestand aus Anhänger_innen der faschistischen Organisation „Die Grauen Wölfe“ sowie Anhänger_innen der „Islamischen Republik Iran“. Es wurden Israelfahnen getragen, die anstatt des Davidsterns ein Hakenkreuz zeigten. Diese Gleichsetzung von Israel mit dem NS-Regime ist eindeutig antisemitisch. Von den Anmelder_innen und Teilnehmer_innen der Demo wurde sie jedoch ohne weiteres toleriert. Eine solche Positionierung verunmöglicht jede Zusammenarbeit mit dem Bremer Friedensforum.
In allen Darstellungen des Friedensforums wird Israel dämonisiert.  Israel sei der Verursacher des Konflikts. Das Bremer Friedensforum verlangt von ihm einseitige Zugeständnisse, während die Gewalt und das politische Programm der Gegenseite verharmlost und gerechtfertigt wird. Aus der Tatsache, dass Israel militärisch seinen Feind_innen überlegen scheint, ziehen sie den Schluss der einseitigen Parteinahme für die Gegner_innen Israels. Die Methoden und Inhalte dieser – d.h. von Hamas, Fatah, Hisbollah und Co. erscheinen ihnen nicht kritikwürdig. Auch der repressive Umgang der palästinensischen Staatsgründungsbewegung mit der eigenen Bevölkerung wird kaum kritisiert. Hier wird ein Doppelstandard deutlich, welcher sich gegen Israel wendet. So wird an weitverbreitete antisemitische Vorstellungen anknüpft. Bei diesen Ansichten handelt es sich also nicht um Einzigartigkeiten oder Erfindungen des Friedensforums, sie sind gesellschaftlich verbreitet und oft toleriert. So ist das Forum immer wieder gern gesehener Bündnispartner der Bremer Linkspartei, neuerdings des AStA der Uni Bremen und anderer sich als links verstehender Organisationen und Einrichtungen. Die Inhalte und Praxen des Friedensforums bleiben unwidersprochen. Auch dessen seit Jahren gepflegte Zusammenarbeit mit dem AK Süd-Nord stört bisher nicht. Der Ak Süd-Nord verbreitet Verschwörungstheorien, bezieht sich offen positiv auf Menschen, die die Shoah leugnen und unterstützt Diktaturen und autoritäre Bewegungen im Nahen Osten. Mit dieser Zusammenarbeit verhelfen die Friedensfreund_innen den Befürworter_innen des Krieges – nicht nur gegen Israel – zu verstärkter Öffentlichkeit.  Wer sich ein Verhältnis der Staaten zueinander ohne bewaffnete Konflikte zum politischen Hauptziel macht, übersieht,  dass der herrschende Frieden bereits jede Menge Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung beinhaltet.
Wir, ein Bündnis aus linksradikalen, antifaschistischen Gruppen aus Bremen betrachten diese Zustände als unhaltbar. Wir setzen uns zum Ziel, dem Bremer Friedensforum und dem AK-Süd-Nord den Raum für ihre antisemitische Hetze zu nehmen.
Wir rufen alle Organisationen und Gruppen, die bisher das Friedensforum sowie den AK-Süd-Nord für adäquate Bündnispartner gehalten haben, dazu auf, die Zusammenarbeit einzustellen. Antisemit_innen haben in linken Strukturen, Bündnissen und Räumlichkeiten nichts zu suchen. Stellen wir uns ihnen gemeinsam in den Weg! Bekämpfen wir Antisemitismus überall!

intro: Staat, Ökonomie und Geschlecht.

Staat, Ökonomie und Geschlecht – Zur (Re-)Produktion von Geschlechterverhältnissen im Kapitalismus

Tagesseminar (mit Anmeldung) am Samstag, 10.12.2011

Infoladen / St. Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen

In der Diskussion um Heteronormativität und zweigeschlechtliche Herrschaft wird häufig die systematische Vermittlung von Geschlechterherrschaft und kapitalistischer (Re-)Produktion übergangen. Bereits geführte Diskussionen zum Verhältnis von Geschlechterverhältnissen und Kapitalismus sind in Vergessenheit geraten. Das Tagesseminar soll daher in grundlegende theoretische Ansätze zum Verhältnis von Staat, Recht, Ökonomie und Geschlechterverhältnissen in kapitalistischen Gesellschaften einführen. Hierfür werden (queer-/)feministische, marxistische und marxistisch-feministische Ansätze vorgestellt und anhand von Beispielen diskutiert. Im Seminar soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Was sind die Errungenschaften der verschiedenen Ansätze und wie lassen sie sich systematisch miteinander verbinden? Welche Entwicklungen haben Geschlechterverhältnisse im Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus erfahren? Wie verändern sie sich innerhalb des Kapitalismus und was bedeutet dies für die Aktualisierung ihrer Kritik?

Kim Robin Stoller studierte Gender Studies und Europäische Ethnologie an der Humboldt Universität zu Berlin. Schwerpunkte der inhaltlichen Auseinandersetzung bilden die Analyse und Kritik von Geschlechterverhältnissen, heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit, Antisemitismus sowie Staat, Recht, Nation und Ökonomie in bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften. Kim ist Co-Director des Internationalen Institut für Bildung, Sozial- und Antisemitismusforschung (IIBSA) in Berlin/London.

Das Tagesseminar wird organisiert in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Initiative Bremen.

Anmeldung bitte direkt unter talpe@gmx.net

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